*** ...allen ein sonniges 2017 ***

#1

Japan

in Cafe 12.03.2011 00:08
von Gast (gelöscht)
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Mannomann, das hört sich gar nicht gut an, was speziell in den letzten 2 Stunden an Nachrichten bezüglich des Atomkraftwerks Fukushima in Japan verbreitet wurde. Hoffe, dass zum Mega-Erdbeben nicht auch noch der Supergau kommt

Tagesschau 0:10 Uhr

Radioaktivität im Reaktor steigt massiv
Im japanischen Atomkraftwerk Fukushima I ist die Radioaktivität auf das Tausendfache des normalen Werts gestiegen. Das sei in einem Kontrollraum gemessen worden, berichtet die Agentur Kyodo unter Berufung auf die nationale Atomsicherheitsbehörde. Es könne sein, dass Radioaktivität auch aus der Anlage ausgetreten sei.

Japans Premierminister Naoto Kan weitete den Evakuierungsbereich aus. Er forderte die Menschen in einem Radius von zehn Kilometern um das Kraftwerk auf, sich in Sicherheit zu bringen. Zuvor waren die Menschen bereits in einem Umkreis von drei Kilometern aufgerufen worden, ihr Haus zu verlassen.


zuletzt bearbeitet 12.03.2011 00:12 | nach oben springen

#2

RE: Japan

in Cafe 12.03.2011 00:17
von hjermind • 1.133 Beiträge

Erstaunlich ist, wie gut die Hochhäuser das Beben gemeistert haben... als ich die Folgen des Tsunami gesehen habe, hat es mir die Stimme verschlagen..
bezüglich des Atomkraftwerks wollen wir hoffen, dass es hier mit Hilfe der Amerikaner nicht zu einem 2. Supergau nach Tschernobyl kommt.


zuletzt bearbeitet 12.03.2011 07:54 | nach oben springen

#3

RE: Japan

in Cafe 12.03.2011 01:27
von Shelaft (gelöscht)
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Ich muß Euch verbessern,denn es soll ein 2.AKW dazu gekommen sein!
Wurde gerade im Laufband,bei N24 gezeigt!
Ralf

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#4

RE: Japan

in Cafe 12.03.2011 10:53
von hjermind • 1.133 Beiträge

Gegen Naturgewalten können wir uns nicht wehren... bei den AKW's hat der Mensch selbstgemachte Leiden...
Wenn es am Elementarsten dem Wasser fehlt, sei es Kühlwasser für die AKW's oder Wasser zum Leben überhaupt (Pflanzen, Tiere, Menschen) dann ist das Leben in großer Gefahr.
AKW Befürworter sollten sich mal klar machen, dass selbst ein geordneter Rückbau eines AKW's Jahrzehnte dauert und danach eine zu bewachende Industrie-Ruine zurück bleibt..., da bedarf es nicht einmal eines Störfalles!!!!


zuletzt bearbeitet 12.03.2011 11:01 | nach oben springen

#5

RE: Japan

in Cafe 13.03.2011 11:52
von Gast (gelöscht)
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#6

RE: Japan

in Cafe 13.03.2011 20:03
von Sara (gelöscht)
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Zitat von hjermind
Gegen Naturgewalten können wir uns nicht wehren... bei den AKW's hat der Mensch selbstgemachte Leiden...
Wenn es am Elementarsten dem Wasser fehlt, sei es Kühlwasser für die AKW's oder Wasser zum Leben überhaupt (Pflanzen, Tiere, Menschen) dann ist das Leben in großer Gefahr.
AKW Befürworter sollten sich mal klar machen, dass selbst ein geordneter Rückbau eines AKW's Jahrzehnte dauert und danach eine zu bewachende Industrie-Ruine zurück bleibt..., da bedarf es nicht einmal eines Störfalles!!!!



Und trotzdem, es ist egal, ob ein neues AKW oder eine Windkraftanlage gebaut werden soll, es wird erstmal demonstriert. Der Bürger möchte seinen Strom aus der Steckdose jederzeit verfügbar haben, die Produktionsstätten sollen aber bitteschön nicht in der Nähe seines Wohnortes platziert werden. Durch die Katastrophe in Japan wird uns mal wieder ins Bewusstsein gerufen, dass wir auch 17 AKW und 11 Forschungsreaktoren in unserem Land stehen haben, hinzu kommen die AKW unserer direkten Nachbarn, insgesamt sind in Europa 93 Kernkraftwerke mit 196 Reaktorblöcken am Netz.

Biblis ist unser ältestes AKW und deswegen habe ich mal im I-Net nach einem Katastrophenschutzplan für dieses AKW gesucht.

Der Katastrophenplan für das AKW Biblis liegt beim Landratsamt des Kreises Bergstraße, er umfasst mehrere hundert Seiten. Da er auch Angaben über beteiligte Personen, Alarmstrukturen und Telefonnummern beinhaltet, darf er nicht kopiert und in Umlauf gebracht werden.

Die Broschüre „Notfallschutz für die Umgebung des Kernkraftwerks Biblis“ ist im Internet unter RWE zu finden (3. überarbeitete Auflage, Stand Mai 2003, s.u.). Der dort enthaltene Notfallplan entspricht im Wesentlichen auch noch den Plänen, die im Jahre 1988 veröffentlicht wurden. Demenentprechend ist die Umgebung in drei Zonen eingeteilt:

Die Zentralzone umschließt die kerntechnische Anlage bis zu einer Entfernung von 1,5 km.
Daran schließt die Mittelzone bis zu einer Entfernung von 10 km an (z. B. Worms, Azey).
Die Außenzone reicht noch bis zu einer Entfernung von 25 km (z. B. große Teile von Darmstadt, Frankenthal).
Das richtige Verhalten bei einer Alarmierung (Sirenenton 1 Min, Radiodurchsagen) und Evakuierungspläne werden erläutert.


Katastrophenschutz / Notfallschutz & Atomkraftwerk: Eine gut organisierte Illusion

Das Beispiel Fessenheim.....

Erdbebensicherheit
Es ist ein Skandal, dass nach vielen "gründlichen" Kontrollen und über zwei Jahrzehnten nachträglich festgestellt wurde, dass wichtige Teile des AKW nicht erdbebensicher sind. Und das bei einer Atomanlage im Oberrheingraben, einem potentiellen Erdbebengebiet. Noch unglaublicher ist, dass trotz dieser Tatsache das unsichere AKW von EDF / EnBW weiter betrieben wird...

.Wenn in der Notfallschutzbroschüre des Regierungspräsidium Freiburg dann zu lesen ist "Das Kernkraftwerk ist also unter Berücksichtigung aller denkbaren Störfälle so ausgelegt, dass es nach menschlichem Ermessen zu keiner unzulässigen und gefährlichen Strahlenbelastung der Bevölkerung in der Umgebung kommen kann.", dann zeigt sich, dass die Broschüre mehr der Beruhigung als der Information dient.

http://www.mitwelt.org/katastrophenschut...-atomkraft.html

Wesentlich besser sind die Bürger über die negativen Auswirkungen von Windkraftanlagen informiert:

Befürchtungen der Bürger

Lärm durch Windkraftanlagen

Schattenwurf durch Windkraftanlagen

Sichtimmisionen durch Windkraftanlagen (wusste gar nicht, dass es solche Immisionen überhaupt gibt)

Wertminderung von Immobilien durch Windkraftanlagen

Krank durch Windkraftanlagen

Minderung der Lebens- und Landschaftsqualität in der Nähe von Windparks

http://www.gegenwind-waldsolms.de/4.html

Also dann doch lieber Atomstrom, leise, sauber und wenn`s strömt oder knallt, dann nur im Umkreis von 25 km.:-(


winke Sigrid

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#7

RE: Japan

in Cafe 14.03.2011 11:45
von hjermind • 1.133 Beiträge

Zitat von Sara

[ ... ] Also dann doch lieber Atomstrom, leise, sauber und wenn`s strömt oder knallt, dann nur im Umkreis von 25 km.:-(


...alleine schon der Begriff "Brückentechnologie" liegt mir schwer im Magen.
Ist es nicht so, dass eine Brücke einen Fluß oder eine Schlucht überquert und man auf der anderen Seite immer wieder festen Boden vorfindet? Und ist man nicht -wenn auch im Unterbewusstsein froh- die Brücke hinter sich gelassen zu haben?
Was kommt aber nun nach den AKW's, die so mit der Brückentechnologie verniedlicht wird!?! Verbindet eine Brücke nicht zwei Systeme wo man genau weis was man davon hat?
Wenn schon der "ordentliche" Rückbau eines AKW's mit sehr hohen Kosten verbunden ist.. wie groß sind dann erst die Kosten nach größeren Unfällen?
Tschernobyl läßt es vermuten, aber an Japan werden wir/die Welt es jetzt richtig zu spüren bekommen... zu dem kommt das menschliche Leid aller ursächlichen und "nebensächlichen" Folgen für viele Generationen.

Link: ---> Irrtum Brückentechnologie!


zuletzt bearbeitet 14.03.2011 11:57 | nach oben springen

#8

RE: Japan

in Cafe 15.03.2011 07:50
von Sara (gelöscht)
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Nun ja Helmut, mit diesem Begriff hat unsere Bundeskanzlerin auf zwei Stühlen gleichzeitig Platz genommen....wie immer.
Und den Rückbau der AKW haben wir doch schon längst über unsere Stromrechnungen bezahlt, natürlich wird dann zum Zeitpunkt X dieses Geld nicht vorhanden sein.


winke Sigrid

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#9

RE: Japan

in Cafe 15.03.2011 10:01
von Gast (gelöscht)
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Ja, ich finde es sehr, sehr lustig, was momentan in D von den "Regierungsexperten" für Diskussionen geführt werden. Und besonders lustig ist immer die bange Frage: Ja wird dann der Strom teurer, wenn wir aus der Atomenergie aussteigen? Diese Frage suggeriert, dass wir bis jetzt ganz billigen Strom hatten. Komisch, auf meiner Stromrechnung lässt sich das nicht herauslesen und auch mein Geldbeutel spricht andere Bände

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#10

RE: Japan

in Cafe 15.03.2011 12:02
von hjermind • 1.133 Beiträge

Hej,
man braucht gar nicht die aktuelle Lage dazu den Weg der Bundesregierung zu erkennen.....

Brüderle blockiert sauberen Strom
23. September 2010 ·
Ein Mal mehr schützt die Bundesregierung die Interessen der Energieversorger: Wirtschaftsminister Brüderle will verhindern, dass günstiger und sauberer Wasserkraftstrom aus Norwegen ins deutsche Netz gelangt. Damit blockiert er auch den Ausbau der Erneuerbaren in Deutschland.

Link dazu: ---> REPORT Mainz

und: ---> PDF aus "Neue Energie 07/10"


zuletzt bearbeitet 15.03.2011 12:14 | nach oben springen

#11

RE: Japan

in Cafe 15.03.2011 16:13
von hjermind • 1.133 Beiträge

Zitat von Sara

Und den Rückbau der AKW haben wir doch schon längst über unsere Stromrechnungen bezahlt, natürlich wird dann zum Zeitpunkt X dieses Geld nicht vorhanden sein.


Nein, über die Stromrechnungen haben wir das nicht bezahlt... das steht uns noch in Form von Steuern bevor!!!

Kernenergie ist die teuerste und unwirtschaftlichste Energieform.
Bei Anwendung marktwirtschaftlicher Grundsätze ist sie absolut unwirtschaftlich.
Sie ist nur über gigantische Dauersubventionen zu Lasten aller Steuerzahler betriebsfähig.
Deren einziger Nutzen?
Kernkraft füllt allein die Kassen der Monopolwirtschaft und verpflichtet die Allgemeinheit zu milliardenschweren Dauersubventionen!!!

Es sind z.B.
- direkte Subventionen von ca. 35 Mrd
- Schacht Gorleben ca. 5 Mrd
- Atom Rouine Greiswald ca. 15 Mrd
- Wismut Uranloch beseitigen ca. 15 Mrd
- Forschungsreaktor Karlsruhe ca. 2 Mrd
- Castortransporte ca. 5 Mrd
- Beteiligung an Sanierung
von osteuropäischen AKW's ca. 5 Mrd
Gescheiterte Projekte:
- Wackersdorf ca. 3 Mrd
- Kalkar ca. 4 Mrd
- Hamm-Uetrop ca. 2 Mrd
- Nukem ca. 1 Mrd
- Mox Brennelemente ca. 1 Mrd
- Mühlheim-Kärlich ca. 7 Mrd
- Steuerfreie Rückstellungen zur
Beseitigung kerntechnischer
Anlagen ca. 75 Mrd


Nimmt man alles zusammen, kommt man auf einen Strompreis durch AKW's von ca. 40 Cent/kwh und das ist nicht der Preis im Handel, sondern der, mit der er an der Stromspot-Börse in Leibzig angeboten werden müßte!!!!! Dort liegen aber die Handelspreise zw. 3....12 Cent je nach Tageszeit!

Handelspreise heute 16.03.10: | Grundpreis = 5,1 Cent/kWh | Spitzenpreis = 5,8 Cent/kWh | .... Quelle --> eeX

Helmut


zuletzt bearbeitet 15.03.2011 17:46 | nach oben springen

#12

RE: Japan

in Cafe 15.03.2011 18:40
von Sara (gelöscht)
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Nein Helmut, die Energieversorger haben sich verpflichtet, Rücklagen für den Rückbau zu bilden.

Außerdem:


Über die Börse gehandelte Elektrizität macht jährlich nur etwa 13 Prozent der insgesamt in Deutschland verbrauchten Strommenge aus.
Es kann also keineswegs davon gesprochen werden, dass die gesamte produzierte Strommenge in Deutschland an der Börse gehandelt wird.

Die verbleibenden 85 Prozent werden über direkte Lieferverträge abgewickelt. Für diese Lieferverträge werden jedoch die an der Strombörse ausgehandelten Preise als Referenzen und Standardwerte herangezogen.


http://www.stromkosten.de/recht.php5?id_kategorie=33

Bei den Handelspreisen handelt es sich um Erzeugerpreise, wir haben dann die darauf zugeschlagenen Kosten für Transport- und Verteilung sowie Unterhaltskosten, die Deckungskosten (Gewinn) und die Steuern in Höhe von 41% zu tragen. Auf der Rückseite der E.ON-Sverige-Rechnungen wird die Zusammensetzung der Stromkosten dargestellt, natürlich ohne Angabe der Handelsspanne.


winke Sigrid

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#13

RE: Japan

in Cafe 15.03.2011 19:39
von hjermind • 1.133 Beiträge

Bei meiner Betrachtung bin ich von der offiziellen Betrachtungsweise natürlich abgewichen Sigrid... und das ganz bewußt!
Klar haben Kraftwerke die in Grundlast fahren -und dazu gehören ja auch AKW's- kein Interesse sich über die Preise an den Spotmarkt und der Börse zu binden. Da gibt es natürlich längerfristige Lieferverträge!! Aber trotzdem werden vorhandene Überschüsse am Spotmarkt EU-weit rangiert. Ca. 9% des Stromhandels gingen im Februar über unsere Grenzen.

Betrachtet man mal über länger den Spotmarktpreis, dann gibt es Tage, wo bei viel Wind dort die Preise in den Keller gehen. 1Cent und weniger habe ich da schon gesehen pro kWh!!!
Klar, das die AKW-Lobby das nicht gerne sieht, wenn Windräder ihren Tagesüberschuß kleindrehen! Aber grade das wäre doch genau der Strom, der Wasserkraftspeicher wieder aufpumpt.. z.B. in Norwegen wie es weiter oben auch in Monitor berichtet wurde. Die Ministerentscheidung ist hier doch voll daneben und wirklich nur kurz... ja sehr kurz in seiner Sichtweise!

Nochmal zu den "ehrlichen" Preisen... Grade im Kernkraftgeschäft blüht seit Beginn an die Subvention durch den Staat und ich habe eben mal alles so zusammengetragen, was überwiegend mit Steuergeldern finanziert wurde und man allen in D installiertenAKW's anlasten müßte und daraus eben den kWh Preis für den AKW-Anteil ermittelt.

Am deutlichsten wird das ja noch bei den Castortransporten, wenn allein der Polizeieinsatz zum Schutz dieser Transporte 25 Mio kostet, dann sind das bei 100 Transporten 2,5 Mrd. die nur über Steuergelder zu decken sind.

Ich denke, es ist legitim ALLE von der Allgemeinheit getragenen Kosten, dem Stromanteil der AKW's in D auf deren Stromerzeugerkosten darufzuschlagen... denn sonst haben wir doch die erhebliche Wettbewerbsverzerrung, die eine Marktwirtschaft in diesem Marktsegment in Frage stellt und leider hier Realität ist!

Ich denke, die politische Entscheidung auf Kernkraft zu setzten war vom Ansatz her schon verkehrt, zumal die Endlagerlösung selbst nach 40 Jahren immer noch in den Kinderschuhen steckt und vermutlich auch wieder nur politisch durchgeboxt wird, mit der Last auf allen unseren Schultern, unseren Kindern und Kindeskindern.

Lange Rede kurzer Sinn:
- Kernenergie ist ohne Akzeptanz in der Bevölkerungsmehrheit!
- AKW, WAA, Zwischen- und Endlager sind äußerst gefährlich ohne Fehlertoleranz!
- Zeitliche und räumliche Risikodelegation: Atommüll für die Enkel, Emissionen weltweit!
- Unflexibles, monopolistisches Versorgungssystem!
- hoher Stromerzeugunspreis mit Kosten auch lange nach der Stromerzeugung hinaus!
- bindet Gelder, die dem Ausbau erneuerbaren Energien nicht zur Verfügung stehen!


zuletzt bearbeitet 15.03.2011 20:18 | nach oben springen

#14

RE: Japan

in Cafe 15.03.2011 21:00
von Gast (gelöscht)
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Kommen wir zurück nach Japan. Es sieht ja wirklich immer bedrohlicher/dramatischer aus, was da im AKW Fukushima passiert. Und was mich irgendwie irritiert, ist die absolute Hilfslosigkeit der Betreiber/der Regierung. Denn anders als Hilflosigkeit kann man das Agieren der Verantwortlichen, der Regierung nicht mehr bezeichnen. Und das in einem der hochentwickelsten Länder dieser Welt. Erschreckend!

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#15

RE: Japan

in Cafe 15.03.2011 22:36
von hjermind • 1.133 Beiträge

Ja Aline, es wird immer bedrohlicher...

ich war vor 25 Jahren mit meinem Schwager (der in einem AKW arbeitet) mit bei einer Begehung dabei, wo normalerweise kein Besucher hinkommt.
Wir hatten beide zum einen Dosimeter dabei, hatten Schutzbekleidung und Überschuhe an, mußten beim Ein und Austritt in den inneren Sicherheitsbereich, also da, von wo man dem Druckbehälter auf du und du ins Auge sieht durch Sicherheitsschranken und Strahlenmessschleusen.
Das Ganze war nur möglich, da das AKW nicht in Betrieb war und grade im Brennelementwechsel war.

Als wir wieder raus gingen, wurden die Dosimeter überprüft, gingen durch die Strahlenmessschleusen und bei meinem Schwager zeigte sich erhöhte Radioaktivität. Den wurde mit Meßsonden nachgegangen und er mußte einen Socken da lassen... es hatte sich trotz Schutzkleidung ein Teilchen in seinem Socken eingenistet.
Ich fragte, was passiert mit diesem Socken... man sagte mir das gleiche wie mit allem "leicht" strahlendem Material... es wird gescheddert in Beton eingemischt und in Fässer verfrachtet.
Was bedeutet das?
Durch die Betonmischung wird die Radioaktivität räumlich gebunden und in ein größeres Volumen überführt. Letztendlich ist die Strahlung zwar die gleiche aber durch die "Verdünnung" sprich Volumenvergrößerung werden Grenzwerte für die Einlagerung ins leicht Radioaktive Endlager erfüllt damals z.B. die Asse!

Und genau das passiert jetzt ja auch in Japan bzw. eigentlich bei jedem Störfall. Man hofft auf eine großflächige Verteilung von Stahlungspartikeln, kapselt evtl. die Meiler später wie ein Betonsakophag ein -wie Tschernobyl. Hat einen Pflegefall für Generationen an den Hacken die 5-10% des BIP's des jeweiligen Landes für Generatonen auffrist.
Das heißt, man setzt auf Verdünnung... (wie beim Socken meines Schwagers)... würde das ganze am Liebsten im Meer versenken... aus den Augen aus dem Sinn....!! Die AKW-Lobby wird weiterhin versuchen alles zu verniedlichen!


zuletzt bearbeitet 15.03.2011 23:02 | nach oben springen

#16

RE: Japan

in Cafe 16.03.2011 00:01
von Sara (gelöscht)
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Die 54 Kernkraftwerke in Japan sollen für eine Erdbeben-Stärke bis maximal 8,25 ausgelegt sein. Beben größerer Stärke gelten als so unwahrscheinlich, dass bauliche Maßnahmen dagegen als zu unwirtschaftlich berechnet wurden. Eine chronologische Erfassung und gute Erklärungen über die Ablauffolge der Ereignisse gibt es hier:

http://de.wikipedia.org/wiki/Kernkraftwerk_Fukushima_I


winke Sigrid

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#17

RE: Japan

in Cafe 16.03.2011 00:35
von Gast (gelöscht)
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Gerade aus focus-online entnommen:

Japan zittert vor dem Super-GAU

[www.focus.de]

Verzweifelt kämpfen die Techniker im AKW Fukushima gegen die völlige Zerstörung. Die letzten Arbeiter versuchen in der hochgradig verstrahlten Anlage das Menschenmögliche. Auch in Tokio wurden stark erhöhte Strahlungswerte gemessen.
Das von Katastrophen gebeutelte Japan zittert vor dem Super-GAU: Verzweifelt kämpfen die letzten 50 Arbeiter im AKW Fukushima um den havarierten Reaktor 4, wo am Mittwochmorgen (Ortszeit) erneut ein Feuer ausbrach. Das berichtete die Nachrichtenagentur Kyodo unter Berufung auf den Betreiber Tepco. Nach NHK-Angaben ist der brennende Reaktor nicht zu betreten. Weiter hieß es, dass um 6.00 Uhr Ortszeit (22.00 Uhr deutscher Zeit) 60 Kilometer entfernt von dem Krisen-AKW eine radioaktive Strahlung gemessen worden sei, die 500 Mal über den normalen Werten liege.
=========

Keine Airline fliegt Tokio mehr an, man wartet ab...........

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#18

RE: Japan

in Cafe 16.03.2011 00:42
von Gast (gelöscht)
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und hier noch ein sehr interessanter Bericht aus der Augsburger Allgemeinen, der zu denken gibt: 35 Millionen Menschen kann man NICHT evakuieren

http://www.augsburger-allgemeine.de/pano...id14295736.html

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#19

RE: Japan

in Cafe 16.03.2011 12:04
von hjermind • 1.133 Beiträge

...ist schon Klasse, wie schnell da Wiki auf Basis offener Quellen am wirklich nicht leichtem Thema dran ist...
und 35 Millionen Menschen, lassen sich NICHT evakuieren.. wohin auch.. hier zeigt sich doch die ganze Tragweite.

Im nachfolgenden Link ist (weiter unten) dargestellt was z.B. passieren könnte, wenn im französischen AKW Fessenheim so eine Tragödie in Gang gesetzt würde!

Link: ----> http://vorort.bund.net/suedlicher-oberrhein/siedewasserreaktor-atomreaktor.html

... hier wird auch Bezug auf Fukushima und Tschernobyl genommen.


zuletzt bearbeitet 16.03.2011 12:07 | nach oben springen

#20

RE: Japan

in Cafe 16.03.2011 12:52
von hjermind • 1.133 Beiträge

..weiter oben schrieb ich, wie wichtig das Wasser zum Leben ist...

auch Quarks & Co geht bei seiner Sendung von gestern darauf ein!!!

Link: ---> http://www.podcast.de/episode/2102826/Quarks_%26_Co%3A_15.03.2011,_GAU_in_Japan


zuletzt bearbeitet 16.03.2011 12:53 | nach oben springen

#21

RE: Japan

in Cafe 17.03.2011 16:55
von Gast (gelöscht)
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Jetzt ist es beinahe eine Woche nach der entsetzlichen 3-fach Katastrophe und man muß erkennen, wo die Grenzen auch eines hochentwickelten Landes wie Japan liegen. Alles konzentriert sich jetzt auf die Rettung der AKWs, aber was ist mit den Menschen/den Opfern des Erdbebens und vor allem des Tsunami? Da stehen die (glücklichen) Überlebenden der Tsunamiwelle und sterben jetzt wohlmöglich den Hungertod oder verdursten, weil ihnen niemand Nahrung und Trinkwasser bringt? Da erfrieren alte Leute und Kinder, weil niemand in der Lage ist, provisorische Notunterkünfte zu beheizen? Mein Gott, welch grausame Ironie des Schicksals So etwas hätte ich in einem Dritt-Welt-Land erwartet, aber nicht in einem Land wie Japan.

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#22

RE: Japan

in Cafe 17.03.2011 18:06
von Sara (gelöscht)
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Zitat von Aline
Denn anders als Hilflosigkeit kann man das Agieren der Verantwortlichen, der Regierung nicht mehr bezeichnen. Und das in einem der hochentwickelsten Länder dieser Welt. Erschreckend!



In einem Interview sagte Gorbatschow kürzlich, dass er seinerzeit beabsichtigte, das gesamte Ausmaß der Tschernobyl-Katastrophe publik zu machen, also mit offenen Karten zu spielen, aber der gesamte Westen damit nicht einverstanden gewesen sei. Ob die japansiche Regierung auch zur Zurückhaltung über die Veröffentlichung des wahren Ausmaßes über den Zustand der AKW-Anlagen angehalten wurde?


winke Sigrid

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#23

RE: Japan

in Cafe 17.03.2011 22:59
von Sara (gelöscht)

winke Sigrid

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#24

RE: Japan

in Cafe 17.03.2011 23:11
von hjermind • 1.133 Beiträge

mir fehlen die Worte wie -augenscheinlich schon viel früher- hier Menschen OHNE Lobby verheizt, ja in den sicheren Tot geschickt werden !

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#25

Japan... wie geht es weiter!?!

in Cafe 18.03.2011 15:35
von hjermind • 1.133 Beiträge

Gleich drei schreckliche Ereignisse hat Japan nun zu schultern. Beben, Tsunami, ein zerstörtes Fukushima AKW... keiner weis wie es ausgeht... wir können alle nur das Beste hoffen.. ja nicht wenige werden beten.
Dazu noch die Spekulanten, die aus schwächelnden Staaten auch noch Gewinn machen werden!!

Ich wage eine Prognose des Wiederaufbaues aus eigener Kraft, die nicht Aussichtslos erscheint.

Im unteren Bild ist jeweils das Bruttoinlandsprodukt BIP einiger von mir gewählter Staaten als Graf abgebildet.

Bezogen auf 2009 sind:
- Griechenland, Dänemark,Schweden in der 0,5 Billionen $ Klasse
- Frankreich, Deutschland in der 3 und
- Japan, China inder 5 Billionen $ Klasse

Die Staatsverschuldung liegt bei:
- Japan ca. 190% BIPs
- D, FR ca. 75% BIPs und
- S,DK ca. 40% vom BIPs


Die starke Wirtschaft Japans hatte also bisher auch schon fast 10 Billionen $ Staatschulden auf dem Geldmarkt, das heißt die Zinsen dafür zu finanzieren!

Wenn nun durch alle Katastrophen der letzen Woche 1-2 Bil also 1000 - 2000 Mrd $ an volkswirtschaftlichen Schaden dazu kommt und man davon ausgehen kann, dass durch den Wiederaufbau weitere Inovationen entstehen werden, die sich auch auf dem Weltmarkt durchsetzen lassen, dann hat Japan eine große Chance dieses große Leid zu meistern.
Sicher wird China versuchen die Schwäche Japans auszunutzen, den deren Wirtschaft zeigt steil nach oben. Aber China befindet sich noch in der Phase, wo Produkte und Fertigungstechniken weltweit abgeguckt bzw. geklaut werden.
Japans Ingenieure dagegen sind hochfähig, bringen Inovationen hervor... und wenn die Finanzmärkte den Japanern nicht unerschwingliche Zinsen für ihr geliehenes Geld abverlangen, wird Japan der Welt zeigen, wie mit Diszipin und Fleiß eines ganzen Volkes, Naturkatastrophen und auch die Fukushima-Folgen gemeistert werden. Allerdings wird zweiteres noch viele weitere Leben zu beklagen haben.

Ich weis, es ist eine nüchterne Betrachtung..., aber das Leben muß weiter gehen und ich hoffe für unsere Kinder noch erlebbar OHNE Atomkraft!

Angefügte Bilder:
BIP1.jpg

zuletzt bearbeitet 18.03.2011 17:34 | nach oben springen

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